Lebensraum & Entwicklung

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Gnigl
Gnigl
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Name Gnigl
Koordinaten 47° 48' 53" N, 13° 4' 20" O

Gnigl und seine Teile

Gnigl besitzt im Gegensatz zu allen anderen alten Stadtteilen zwei getrennte historische Siedlungskerne: das alte Mühlendorf Obergnigl an der alten Eisenstraße in die Steiermark (Grazer Bundesstraße) und das Handwerker- und Kleinbauerndorf Niedergnigl (heute öfter auch als Untergnigl bezeichnet) an der Linzer (Bundes-)Straße.

Obergnigl

Berge

Im Mittelalter war das nahe Obergnigl vor allem als Mühlenstandort am Alterbach wichtig, wo neben Getreidemühlen auch verschiedene Schmieden und Hämmer standen. Etliche alte Mühlen dieses Mühlendorfes sind erhalten, etwa die Freyhammermühle, die Gmahlmühle, Glockmühle, Sturmmühle, Kirchtagsmühle, Staudenböckmühle, Haselbachermühle oder die Schnoderbacher Mühle. Seit etwa 1485 führen von hier die ersten noch hölzernen Wasserleitungen in die Stadt Salzburg, die seit 1488 das Wasser über die Stadtbrücke bis zum Marktbrunnen auf dem heutigen Alten Markt brachte. Die Luggaukapelle („Unsere Liebe Frau am Schnoderbach“) wurde nach 1699-1701 an der Guggenthalerstraße erbaut. Ein Müllermeister hatte 1690 angesichts des Gerüsteinsturzes, der ohne bleibende Schäden für die stürzenden Arbeiter das Gelöbnis zum Bau der Kapelle gegeben. Der dortige kleine Altar zeigt das Bild der Maria Luggau (1690), das zuerst in einer Mauernische angebracht war. Staudingers Kunst-Mühle(ursprünglich Aumühle, auch Mosermühle, Moosmühle, Staudingermühle - Mühlstr. 2-4) liegt am Alterbach, ist zuerst am Beginn des 15. Jahrhunderts im Urbar des Schlosses Neuhaus erwähnt und besitzt einen spätgotischen Kern. Die zugehörige barocke Wegkapelle wurde im Jahr 1730 errichtet. Das Wohnhaus mit vielen bemerkenswerten Baudetails ist mit der eigentlichen großzügig gebauten Mühle über einen gedeckten Übergang verbunden.

Niedergnigl

Schon in der römischen Zeit war der Ortsteil Niedergnigl (teilweise auch als „Untergnigl“ bekannt) an der Gabelung zweier wichtiger Wegverbindungen gelegen wichtig. Der Weg Richtung Linz entlang der Linzer Reichsstraße war die vermutlich meist befahrene Verkehrsader der Stadt Salzburg. Sie hieß damals auch Österreichstraße. Der Weg nach Ebensee und zum steirischen Erzberg war als Eisenstraße bekannt und hieß hier Grazer Reichsstraße oder Ebenseer Straße. An der Gabelung der Grazer Straße und der Linzer Straße befand sich einst das in der Bausubstanz erhaltene alte Mauthaus. Neben dem alten großen Gasthof, dem Thurnerwirt und waren an dieser wichtigen Weggabelung neben Kleinbauern vor allem Handwerker angesiedelt. Das Bader-, das Schmied- und das Wagner-Haus sind in der Bausubstanz erhalten. Das ehemalige St.-Anna-Spital ist ein Spitalshaus (einst auch St.-Anna-Bezirkskranken- und Versorgungshaus genannt, Grazer Bundesstr. 6) und wurde 1697 von Fürsterzbischof Johann Ernst von Thun als Pflegehaus erbaut und im 19. Jahrhundert erweitert. Über dem Portal des Gebäudes befindet sich heute noch das Wappen des Fürsterzbischofs. Die Freyhammer Mühle (Grazer Bundesstr 16), am Alterbach gelegen, ist ein im Kern spätgotisches Gebäude, das heute von barocken und biedermeierlichen Fassadenelementen geprägt ist. Der Wäschergütel (Knollengütl, Grazer Bundesstr. 10) stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert und war am Anfang des 19. Jahrhunderts als Wäscherei genutzt. Nach 1862 gehörte es - mittlerweile in Gestalt einer klassizistischen Villa - dem angesehenen Gemeindearzt und Mitbegründer des St.-Anna-Spitals Franz Hattinger und hieß daher auch Doktorgütl.

Neuhauserfeldsiedlung

Von Obergnigl aus wurde das 30 Hektar große Neuhauserfeld, unterhalb vom Schloss Neuhaus gelegen, bald nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr verbaut. Hier überwiegen insgesamt eine offene Bauweise und eine wenig hohe Bebauung.

Gnigl Nord

Der großteils als Gewerbegebiet genutzte Nordteil von Gnigl, der nördlich an Niedergnigl anschließt, wurde ebenfalls erst nach dem Zweiten Weltkrieg verbaut. Im Zuge der Bebauung verschwanden auch etliche hier zuvor gelegene Weiher, die aus Ziegelteichen entstanden waren, vor allem der große Warwitzweiher und der nördlich davon gelegene Moosweiher.

Bilder

Aus Stadtteilgeschichte
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